Immer wenn Du denkst, jetzt geht nichts mehr
kommt von irgendwo ein Lichtlein her.Kalenderweisheit, behutsam modernisiert
Fast genau vierzig Jahre ist es her, dass der Film „Xaver und sein außerirdischer Freund“ – eine Art Crossover zwischen Science Fiction, ET-Remake, Heimat-, Kinderfilm und bayrischer Trash-Komödie – in einem Augsburger Kino seine Premiere feierte. Es war ein besonderer Film in mehreren Hinsichten, vor allem unverwechselbar durch seine freche und gewollt naive Erzählweise, durch die sparsamsten Dialoge, die mit gefühlt dreißig Vokabeln auskamen – und durch das Herzblut und das begeisterte Spiel eines Ensembles, das sich bis auf die zentralen Hauptrollen aus Spielern in dörflichen und kleinstädtischen Laientheatern Bayerns zusammensetzte. Und der Rupert durfte damals, 1985, den Xaver spielen.
In der Landschaft der Stauden um Schwabmünchen, wo der Film in dem Dorf Mittelneufnach gedreht wurde, ist der Film in seiner Entstehung durch die Dorfgemeinschaft buchstäblich getragen worden. Am Ende war es kein Film der nur in den Stauden spielte. Sogar obwohl bayrisch und nicht das Schwäbisch der Landschaft gesprochen wurde, ist es der Film der Stauden geworden.
Vor allem im ländlichen Bayern erlangte das Märchen um den Dorfdeppen Xaver, seinen außerirdischen Freund Loisl und den bösen Eberhardt fast eine Art Kultstatus. Fans gründeten Websites und veranstalteten Xaver-Feste, und die später veröffentlichten VHS-Kassette und DVD sicherten dem Film einen Platz in den Regalen vieler Familien neben Grimms Märchen oder dem Heimatkalender. Repliken aus dem Text wie „Bluadige Hennagrepf!“, „Wia’d Sau!“ und „Mei Maschi is hi“ gehören heute fast schon zum festen bayrischen Zitatenschatz.
Loisls Raumschiff stand unterdessen jahrzehntelang auf dem Dach einer Pizzeria in Pfaffenhausen. Später wurde es abgebaut und renoviert. So recht weiß niemand wo es geblieben ist.
Stoff für einen typischen Beitrag von Jürgen Neumann, der im BR-Fernsehen im Rahmen der Serie „Zwischen Spessart und Karwendel“ besondere Geschichten, Motive, vergessene Begebenheiten und ihre Helden, Künstler, Museen, Orte und sogar Namen und Wörter entdeckt und in kluger und charmanter Art spannend von ihnen zu erzählen weiß!
Fotos unter anderem von Jürgen Henkel, Diana Henkel, Jürgen Neumann, Dominikus Wenger und Rupert Seidl
So entstand am 23. Juni ein kleiner Film, in dem das Raumschiff irgendwo zwischen Pfaffenhausen und Mittelneufnach wiederentdeckt wird, zusammen mit einer auch nach vierzig Jahren nicht vergessenen Geschichte von Freundschaft und begeisterter Zusammenarbeit. Der schöne Dreh endete in einem unvergesslich liebevollen Fest bei der Familie Henkel, die damals das Motorrad NSU Max und den kleinen roten Bulldog Porsche Junior als Leihgabe zu den Dreharbeiten beisteuerte.
Um nur einige der Freunde zu nennen, waren neben den Gastgebern Anni und Benedikt Henkel und ihren Kindern Jürgen, Diana, Alexander und Claudia auch Dominikus Wenger, mit seinem unvergessenen Bruder Gottfried Wenger einer der eifrigsten Unterstützer des Films, und Brigitta und Herrmann Zott dabei, die als Chefs des Hotels „Goldener Adler“ das Zentrum der Dreharbeiten und die wohl eifrigsten Förderer waren. Übernachtet haben wir übrigens auch diesmal im „Goldenen Adler“, der Xaver sogar in seinem alten Zimmer!
Unter Leitung von Herrmann Zotts Sohn Frank und seiner Frau Jasmin ist dem Goldenen Adler der Weg in die Zukunft rundum gelungen! Ein wunderschöner moderner Gasthof mit Hotel und fabelhafter Küche ist entstanden, der jedem ans Herz gelegt sein soll, der in die Stauden reist!
Und hier ist der Fernsehbeitrag des BR / Fernsehen aus dem Magazin Schwaben und Altbayern zu sehen! Viel Spaß!

















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